Kann Öl schlecht werden?
Kann Speiseöl schlecht werden? Ausführliche Infos rund um die Haltbarkeit von Olivenöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl, von nativ kaltgepresst, über raffiniert bis hin zu aromatisiert.
Inhaltsverzeichnis:
Es gibt ja so einige Lebensmittel mit fast unbegrenzter Haltbarkeit. Speiseöl gehört aber leider nicht dazu. Damit ist die Eingangsfrage schon fast beantwortet: Ja, Öl kann schlecht werden. Und das dauert nicht mal sehr lange, ist aber auch von der Herstellungsweise und von der Lagerung abhängig. Denn Öl verträgt zum Beispiel Wärme nicht sonderlich gut.
Sauerstoff mag Speiseöl ebenso wenig. Das heißt, einmal geöffnete Ölflaschen verderben schneller als noch geschlossene. Und es hat eine erhebliche Auswirkung auf die Haltbarkeit, ob das Speiseöl kaltgepresst, also nativ hergestellt, heißgepresst oder gar raffiniert wurde, wie viele günstige Speiseöle aus dem Supermarkt.
Öl fühlt sich bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad am wohlsten. In einer solchen Umgebung ist die Haltbarkeit deutlich länger als bei Standard Raumtemperaturen im Küchenschrank. Im Sommer natürlich noch umso schlimmer, denn da steigt die Raumtemperatur oft sprunghaft an.
Kann Olivenöl schlecht werden?
Bei Olivenöl wird vor allem zwischen nativem, also kaltgepresstem Olivenöl und raffinierten, meist mit der Aufschrift Bratöl, unterschieden. Wobei es natürlich auch noch natives Olivenöl Extra gibt und aromatisierte Olivenöle. Und bei letztem wird wieder unterschieden, ob Sie das Olivenöl selbst aromatisiert haben oder so im Supermarkt erstanden.
Natives Olivenöl Extra ist die höchste Güteklasse im Handel. Nach dem Kauf hält es sich ungeöffnet ca. 12 Monate, nach dem Anbruch ca. 3 Monate. Dabei sollte es dunkel im Küchenschrank stehen. Im Sommer wird es bei den höheren Raumtemperaturen schneller schlecht.
Natives Olivenöl weist einen leicht höheren Säuregehalt und kleine, sensorische Mängel im Gegensatz zu dem Extra Öl auf. Es hält sich ungeöffnet ca. 9 Monate und nach Anbruch ca. 2 Monate. Es sollte sowohl im Winter, als auch im Sommer zeitnah verbraucht werden, da es schneller schlecht werden kann.
Raffiniertes Olivenöl das oft auch den Zusatz "Bratöl" oder "Bratolivenöl" enthält, ist geschmacksneutral und stark erhitzbar. Es hält sich ca. 24 Monate ungeöffnet und ca. 6 Monate nach Anbruch. Dieses Olivenöl wird nicht so schnell schlecht wie die kaltgepressten Öle.
Aromatisiertes Olivenöl das mit Extrakten oder Aromen versetzt wurde, hält sich ungeöffnet ca. 6 Monate und sollte nach Anbruch innerhalb von ca. 5 Wochen verbraucht werden. Wenn Sie Ihr Olivenöl auf Basis von Nativem Olivenöl Extra selbst aromatisiert haben, können Sie es bis zu ca. 8 Wochen verwenden. Ist die Basis ein raffiniertes Olivenöl, erhöht sich die Haltbarkeit auf ca. 12 Wochen.

Die beste Temperatur für die Lagerung von Olivenöl liegt bei 10 bis 15 Grad, aber auch Temperaturen bis zu 20 Grad sind noch vertretbar. Sobald es aber über 20 Grad steigt, wird Olivenöl wesentlich schneller schlecht. Wenn Sie jetzt auf die Idee kommen: stelle ich es einfach in den Kühlschrank. Nein! Dort wird Olivenöl fest, flockt aus und verliert an Qualität. Lagern Sie es so kühl wie möglich, vor allem dunkel und verbrauchen Sie offene Flaschen zeitnah.
Dass Olivenöl schlecht wurde erkennen Sie daran, dass es ranzig ist. In der Regel bildet sich kein Schimmel, außer bei aromatisiertem Olivenöl, das nicht gefiltert wurde. Schlechtes Olivenöl riecht penetrant ranzig und stechend. Wenn Sie es vorsichtig probieren, schmeckt es unangenehm bitter, scharf und tranig.
Schlecht gewordenes Öl sollten Sie nicht mehr verzehren, sondern es entsorgen. Es schmeckt eh so übel, dass Sie es gar nicht schlucken wollen würden. Sollte es doch passiert sein, können Magen-Darm-Beschwerden die Folge sein. Außerdem können die zersetzten Fette und Peroxide freie Radikale erzeugen, die Zellen schädigen.
Kann Sonnenblumenöl schlecht werden?
Das empfindlichste dieser 3 Speiseöle ist Sonnenblumenöl. Sein Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist besonders hoch, wodurch es wesentlich instabiler ist als andere Öle. Sonnenblumenöl reagiert schnell mit Sauerstoff und natürlich auch mit Wärme. Im Vergleich zu anderem Öl wird Sonnenblumenöl wesentlich schneller schlecht.
Natives Sonnenblumenöl wird kalt gepresst, um den typischen Geschmack und die natürlichen Inhaltsstoffe zu erhalten. Dieses Sonnenblumenöl darf nicht hoch erhitzt werden. Im Küchenschrank hält es sich ca. 6 Monate, nach Anbruch ca. 4 Wochen. Bei sommerlichen Temperaturen kann natives Sonnenblumenöl schneller schlecht werden.
Raffiniertes Sonnenblumenöl ist der Standard im Supermarktregal. Es ist geschmacksneutral und stark erhitzbar. Im Küchenschrank hält es sich ca. 18 Monate, geöffnet ca. 4 Monate. Bei sommerlichen Temperaturen kann raffiniertes Sonnenblumenöl schneller schlecht werden.
Aromatisiertes Sonnenblumenöl das Sie selbst auf Basis von raffiniertem Sonnenblumenöl hergestellt und nach der Reifezeit gut gefiltert haben, sollte innerhalb von ca. 2 Monaten vollständig verbraucht werden, da es durch die Zutaten schneller schlecht werden kann.
Sonnenblumenöl lagern Sie am besten unter 20 Grad, wobei 10 bis 15 Grad optimal wären. Steigt die Temperatur über 20 Grad, wird Sonnenblumenöl wesentlich schneller schlecht als andere Speiseöle. Sie können es im Sommer im Kühlschrank lagern, da es gegen Kälte weniger empfindlich ist. Es kann zwar ausflocken und trüb werden, wird bei Raumtemperatur aber wieder klar.
Dass Sonnenblumenöl schlecht wurde erkennen Sie daran, dass es ranzig ist. Es riecht stechend. Dieser Geruch erinnert auch an den von alter Farbe. Der Geschmack ist bitter und kratzig. Farbe und Konsistenz von Sonnenblumenöl hingegen verändern sich kaum bis gar nicht.
Aromatisiertes Sonnenblumenöl ist durch die frischen Zutaten anfälliger als reines Sonnenblumenöl. Auch spielt es eine große Rolle, wie gut das Öl nach der Reifezeit gefiltert wurde. Je mehr, selbst kleinste Partikel, im Öl verbleiben, desto schneller wird es schlecht, da das Öl dadurch mikrobiologisch anfälliger geworden ist.
Schlechtes Sonnenblumenöl sollten Sie nicht verzehren. Es ist zwar nicht gleich giftig, dennoch auch nicht gesundheitlich unbedenklich. Sie müssen es entsorgen. Durch seinen auffälligen Geschmack ist es ohnehin ungenießbar.
Kann Rapsöl schlecht werden?
Rapsöl liegt in der Empfindlichkeit für Verderb zwischen Olivenöl und Sonnenblumenöl. Es enthält weniger mehrfach ungesättigte Fettsäuren als Sonnenblumenöl. Dadurch ist es weniger empfindlich als Sonnenblumenöl, aber empfindlicher als Olivenöl, das noch etwas weniger ungesättigte Fettsäuren aufweist.
Natives Rapsöl wird, wie alle nativen Speiseöle, kalt gepresst. Dadurch bleibt der natürliche Geschmack erhalten, aber das Öl kann nicht hoch erhitzt werden. Es hält sich im Küchenschrank ca. 8 Monate, nach Anbruch sollten Sie es innerhalb von ca. 6 Wochen verbrauchen. Je wärmer es ist, desto schneller wird kaltgepresstes Rapsöl schlecht.
Raffiniertes Rapsöl ist das geschmacksneutrale Speiseöl, das auch hoch erhitzt werden kann, sich also ideal zum Kochen, Braten und Backen eignet. Im Küchenschrank hält es sich ca. 20 Monate. Sobald es angebrochen wurde, sollten Sie es innerhalb von ca. 5 Monaten verbrauchen. Die Lagerung bei warmen Raumtemperaturen lässt raffiniertes Rapsöl schneller schlecht werden.
Aromatisiertes Rapsöl können Sie im Supermarkt, meist auf der Basis von kaltgepresstem Rapsöl, erwerben. Oder auch selbst herstellen, mit nativem oder raffiniertem Rapsöl. Das gekaufte hält sich im Küchenschrank dunkel gelagert ca. 5 Monate. Sobald es geöffnet wurde, sollten Sie es innerhalb von ca. 4 Wochen verbrauchen. Auch das selbst gemachte auf Basis von kaltgepresstem Rapsöl sollte innerhalb von ca. 4 Wochen verbraucht werden. Auf Basis von raffiniertem Rapsöl hingegen können Sie es bis zu ca. 10 Wochen geöffnet lagern.
Rapsöl lagern Sie, genauso wie Sonnenblumenöl, bei 10 bis maximal 20 Grad, im dunklen Küchenschrank. Sobald die Temperaturen über 20 Grad steigen, können Sie das Öl in den Kühlschrank stellen. Das bietet sich vor allem für bereits geöffnete Flaschen an. Je wärmer es ist, desto schneller kann Rapsöl schlecht werden.
Auch Rapsöl riecht und schmeckt ranzig, wenn es schlecht geworden ist. Es schmeckt nicht nur fürchterlich, sondern riecht auch extrem schlecht. Sie sollten es dann unverzüglich entsorgen. In der Regel schimmelt Rapsöl nicht. Mit einer Ausnahme: selbst aromatisiertes Rapsöl kann schimmeln, wenn frische, feuchte Zutaten verwendet wurden und im Öl verblieben sind. Deswegen sollte selbst aromatisiertes Öl immer gut gefiltert werden nach der Reifezeit.
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