Käse einfrieren

Anleitungen und Tipps zum Käse einfrieren. Hier erfahren Sie, welchen Käse Sie einfrieren können und was dabei zu beachten ist.

Beim Einfrieren von Käse scheiden sich die Geister, denn nicht jeder Käse reagiert gleich auf den Gefrierprozess. Generell sei gesagt, einfrieren lässt sich das Milchprodukt immer, es wird durch das Frosten nicht ungenießbar. Aber jeder Käse verliert an Geschmack. Der Reifeprozess wird beim Einfrieren von Käse immer unterbrochen. Und bei Frischkäse und Weichkäse leidet auch die Konsistenz. Denn je höher der Wasseranteil im Milchprodukt, desto weniger eignet sich der Käse zur Tiefkühlware.

Während Sie einen Cheddar oder einen Raclette Käse nach dem Auftauen durchaus noch auf dem Brot verzehren oder fürs Raclette verwenden können, flockt der Frischkäse beim Einfrieren aus. Nach dem Auftauen eignet er sich nur noch zum Backen. Auch beim Weichkäse ist es nicht immer ein Genuss, wenn er eingefroren und wieder aufgetaut wurde. Oftmals werden Camembert und Brie bei diesem Vorgang schmierig. Für eine Soße sind sie dann aber immer noch zu gebrauchen.

Scheiben Käse einfrieren

Die Gruppe Scheiben Käse gibt es in der deutschen Käseverordnung nicht. Denn Sie können sowohl einen Hartkäse, wie den französischen Gruyère in Scheiben geschnitten erhalten, wie auch einen zarten Butterkäse der, je nach Wassergehalt, zum halbfesten Schnittkäse oder zum Weichkäse gehört.

Obwohl sich jeder Käse im Stück besser einfrieren lässt, als aufgeschnitten, bereitet das Frosten von Scheiben-Hartkäse und Scheiben-Schnittkäse in der Regel keine Probleme. Beim halbfesten Schnittkäse kann es jedoch passieren, dass sich nach dem Auftauen eine leicht schmierige Schicht auf den Käsescheiben bildet.

Das wichtigste beim Einfrieren ist jedoch immer die Hygiene. Zum Frosten Ihrer Käsescheiben benötigen Sie Butterbrotpapier, eine gut verschließbare Plastikdose, Gabel oder Gebäckzange. Dann gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Falten Sie das Käsepapier, in das die Käsescheiben eingewickelt sind, auseinander, ohne dabei die Scheiben mit der Hand zu berühren.
  2. Stechen Sie mit der Gabel in die oberste Scheibe und heben Sie sie aus dem Päckchen.
  3. Legen Sie die Scheibe direkt auf den Boden der Plastikdose, die Sie zum Einfrieren nutzen möchten.
  4. Klappt das mit der Gabel nicht so gut, können Sie stattdessen die Käsescheibe mit der Gebäckzange entnehmen.
  5. Wurde an der Käsetheke bereits Butterbrotpapier zwischen den Käsescheiben platziert, verwenden Sie dieses weiter. Wenn nicht, schneiden Sie sich aus der eignen Rolle rechteckige Stücke zurecht.
  6. Nun legen Sie ein Blatt Butterbrotpapier auf die erste Käsescheibe in der Dose.
  7. Dann entnehmen Sie mithilfe der Gabel oder der Gebäckzange die nächste Scheibe und verfahren auf die gleiche Weise.
  8. Nach jeder Käsescheibe folgt ein Blatt Butterbrotpapier.
  9. Wenn alle Käsescheiben aus dem Päckchen in die Plastikdose umgezogen sind, wird die Dose mit dem Deckel verschlossen und in den Gefrierschrank gestellt.
  10. Nach circa 2 Monaten sollten Sie den tiefgefrorenen Käse aufgebraucht haben.

Falls Sie der Meinung sind, die oben beschriebenen Hygienemaßnahmen wären übertrieben, denn schließlich würden Bakterien beim Einfrieren ja absterben, so irren Sie sich. Bei Minus 18 Grad stellen die Bakterien zwar ihre Lebensprozesse ein, verfallen jedoch nur in eine Art Kälteschlaf.

Steigen beim Auftauen der Käsescheiben die Temperaturen wieder, erwachen auch die Bakterien aus dem Kälteschlaf und beginnen sich wieder zu vermehren. Verzichten Sie also nicht auf die Hygiene. An das Benutzen der Gebäckzange zum Entnehmen der Käsescheiben haben Sie sich rasch gewöhnt.

Käse

Weichkäse einfrieren

In den meisten Ratgebern zum Frosten von Milchprodukten wird Ihnen geraten Weichkäse, wie beispielsweise Camembert, Brie, Ziegenkäse in Rollen oder auch einen sehr cremigen Butterkäse nicht einzufrieren. Das hat natürlich seinen Grund. Denn es passiert nicht selten, dass der Weichkäse durch das Gefrieren seine cremige Konsistenz verliert. Stattdessen wird er matschig und schmierig.

Ob das passiert und wie stark sich der Käse verändert, hängt von seinem Wassergehalt und auch vom Reifegrad ab. Beeinflussen durch irgendwelche Maßnahmen können Sie diesen Prozess nicht. Ist der Brie nach dem Auftauen matschig, müssen Sie ihn jedoch nicht entsorgen. Beim Kochen fällt die unschöne Konsistenz nicht auf. Er lässt sich ebenso, wie der frische Weichkäse in eine Soße verwandeln.

Damit Sie nach dem Auftauen nicht wieder vor dem gleichen Problem stehen wie vorher und Ihnen der ganze Camembert einfach viel zu groß ist, können Sie den Weichkäse vor dem Einfrieren portionieren. Legen Sie sich also folgende Utensilien zurecht: ein spitzes, scharfes Messer, das so groß ist, wie der Radius Ihrer Käsetorte, Frischhaltefolie und Gefrierbeutel.

Und so wird’s gemacht:

  • Öffnen Sie die Käseschachtel und nehmen Sie den ganzen Käse heraus.
  • Schneiden Sie die runde Käsetorte in portionsgerechte Stücke. Dabei stechen Sie mit dem Messer in der Käsemitte ein und drücken dann die ganze Schneide nach unten durch. Auf diese Weise erhalten Sie einen geraden Schnitt.
  • Ist die ganze Käsetorte portioniert, entnehmen Sie eine Portion und legen auf die beiden Schnittstellen jeweils ein Stück Frischhaltefolie. Dann schieben Sie das Stück wieder in die Torte und verfahren mit der nächsten Portion genauso. Achten Sie darauf, die Käseportionen nur an der weißen Rinde zu berühren.
  • Wenn Sie zwischen allen Käsestücken Frischhaltefolie platziert haben, geben Sie den Weichkäse wieder in die Schachtel zurück.
  • Legen Sie den Deckel auf die Schachtel und
  • stecken Sie die Schachtel in einen Gefrierbeutel.
  • Zum Auftauen lassen sich nun problemlos einzelne Weichkäsestücke entnehmen.

Frischkäse und Quark, die einen noch höheren Wassergehalt aufweisen, als Weichkäse, sind zum Einfrieren noch schlechter geeignet. Zu den Frischkäsesorten zählen beispielsweise Hüttenkäse oder Ricotta. Durch das Frosten bilden sich Wasserkristalle und der Käse flockt aus (= er wird grieselig). Nach dem Auftauen lässt er sich selbst mit dem Mixer oft nicht mehr zu einer homogenen Masse verrühren.

Weitere Infos über die Inhaltsstoffe von Frischkäse, seine Kalorien, den Fettgehalt und wie Sie ihn selber machen, erfahren Sie hier: Frischkäse

Geriebenen Käse einfrieren

Auch geriebene Käseflocken verwenden Sie am besten frisch. Beziehungsweise, im Idealfall reiben Sie den Käse erst dann, wenn Sie ihn verarbeiten möchten. Ist das nicht möglich, oder haben Sie viel zu viel Käse gerieben, lässt er sich einfrieren. Wie sich der geriebene Käse beim Frosten verhält, ist allerdings auch wieder von seinem Wassergehalt abhängig.

Während es dem geriebenen Hartkäse, wie beispielsweise dem Parmesankäse, dem Cheddar oder dem Parmigiano Reggiano wenig ausmacht, kann sich beim geriebenen Butterkäse eine Schmierschicht auf den Käseflocken bilden. Deswegen sollten Sie eingefrorenen halbfesten Schnittkäse besser nur für Soßen oder zum Überbacken verwenden. Der gefrorene und wieder aufgetaute Hartkäse kann jedoch auch übers fertige Gericht gestreut werden.

Und so geht’s:

  1. Legen Sie sich folgendes zurecht: Käsereibe, kleines Blech oder Tablett, Frischhaltefolie, Gabel, Plastikdose mit Deckel oder Gefrierbeutel.
  2. Reiben Sie den Käse aufs Blech, beziehungsweise auf das Tablett. Reiben Sie nicht mehr Käse auf einmal, als sich in einer dünnen Schicht über dem Blech verteilen lässt.
  3. Ziehen Sie mit der Gabel die Käseflocken auseinander, sodass das Tablett vollkommen mit einer dünnen Schicht Käseriebel bedeckt ist.
  4. Breiten Sie Frischhaltefolie über die geriebenen Käseflocken und
  5. stellen Sie das Blech/Tablett über Nacht in die Gefriertruhe.
  6. Am nächsten Morgen nehmen Sie das Blech heraus und füllen die Käseflocken in den Gefrierbeutel oder in die Plastikdose um.
  7. Verschließen Sie den Beutel beziehungsweise die Dose und stellen Sie sie zurück in den Gefrierschrank.

Je weicher der Käse ist, den Sie reiben, umso leichter passiert es, dass sich die Käseflocken beim Einfrieren zu einem einzigen Klumpen verbinden. Deshalb ist es bei Schnittkäse und Halbschnittkäse besonders wichtig, dass die Käseflocken, wie oben beschrieben, vorgefroren werden.

Tipps zum Käse einfrieren

Haltbarkeit: Während sich Käse, je nach Käseart unterschiedlich lange im Kühlschrank aufbewahren lässt, sollten Sie alle tiefgefrorenen Käse möglichst nach einem Monat im Gefrierschrank auftauen und verzehren. Liegt der Käse im Ausnahmefall zwei oder auch einmal drei Monate in der Gefriertruhe, ist er auch noch genießbar. Länger sollte er jedoch nicht aufbewahrt werden. Entdecken Sie beim Ausmisten Käse, der schon ein Jahr im Froster liegt, sollten Sie ihn entsorgen.

Auftauen: Käse sollte niemals schockaufgetaut werden. Das heißt, Sie nehmen ihn am Abend, bevor Sie ihn benötigen aus der Gefriertruhe und legen ihn in den Kühlschrank. Dort kann er über Nacht, langsam auftauen. Möchten Sie aufgetauten Scheiben Käse auf dem Brot verzehren, sollten Sie ihn jedoch (nach dem Auftauen am nächsten Morgen) circa 10 Minuten vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen, damit er Zimmertemperatur bekommt.

Käsesoße: Übrigens lässt sich mit eingefrorenem Weichkäse eine prima Soße zubereiten, ohne, dass Sie den Käse auftauen. Geben Sie einfach den noch tiefgekühlten Weichkäse zusammen mit flüssiger Sahne und etwas Butter in einen Topf und lassen Sie ihn unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze im Topf schmelzen. Fügen Sie Zwiebelwürfel, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Weißwein und Muskat hinzu und nach etwas Köcheln ist die Käsesoße für die Pasta servierfertig.

Hartkäse reiben: Möchten Sie den tiefgefrorenen Käse zum Überbacken reiben, ist es nicht notwendig, dass Sie den Käseblock vorher auftauen. Im Gegenteil: Der tiefgefrorene Käse lässt sich oftmals besser reiben, als der frische.

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