Kaltgepresstes Öl
Kaltgepresstes Öl zum Braten? Ausführliche Infos rund um kaltgepresstes Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl und Kokosöl sowie auch deren Eigenschaften zum Braten. Ebenfalls kurz erwähnt sind kalt gepresstes Leinöl, Sesamöl und Avocadoöl.
Inhaltsverzeichnis:
Bei Speisenölen unterscheiden wir in erster Linie das kaltgespresste Öl und das raffinierte Öl. Der Unterschied ist die Herstellungsweise. Kaltgepresstes Öl, das auch natives Öl genannt wird, wird rein mechanisch, also ohne den Einsatz von Hitze oder Chemikalien gewonnen. Raffiniertes Öl wird heißgepresst und anschließend raffiniert, also entsäuert, gebleicht und desodoriert.
So enthält kaltgepresstes Öl noch sämtliche Geschmacksstoffe aus dem Ausgangsmaterial, wohingegen raffiniertes Öl so gut wie geschmacksneutral ist. Auch gesunde Inhaltsstoffe wie Polyphenole, Antioxidantien und Vitamine sind vor allem in kaltgepresstem Öl enthalten.
Die beiden unterscheiden sich aber hauptsächlich im so genannten Rauchpunkt. Das ist die Temperatur, bei der das Öl beim Erhitzen zum Rauchen beginnt und sich die Bestandteile des Öls anfangen zu zersetzen. Das erzeugt unerwünschte Zersetzungsprodukte und der Geschmack leidet ebenfalls stark darunter.
Kaltgepresstes Olivenöl
Kaltgepresstes Olivenöl unterscheidet sich in nativ und nativ extra. Natives Olivenöl Extra ist die höchste Güteklasse, oft auch mit der Aufschrift 1. Güteklasse versehen. Für die Herstellung dieses Olivenöls gelten strengere chemische und sensorische Anforderungen als für einfaches natives Olivenöl.
Das heißt, "extra" ist ein hochwertigeres kaltgepresstes Olivenöl, denn kaltgepresst, also die Kaltextraktion mit maximal 27 Grad laut EU Recht, ist bei beiden Ölen gleich. Die Qualität des nativen Olivenöls wird von der Olivensorte, der Qualität der Oliven, dem Erntezeitpunkt und der Zeit, die zwischen Ernte und Verarbeitung vergeht, beeinflusst.
Je hochwertiger ein solches kaltgepresstes Olivenöl ist, desto ausgeprägter sind die Aromen und auch der Gehalt an Polyphenolen kann höher sein. In der Regel ist es auch frischer, denn auch Frische und Lagerzeit, die zwischen Herstellung und dem Zeitpunkt, bis sich das kaltgepresste Olivenöl bei Ihnen in der Küche befindet, sind ein Qualitätsmerkmal.
Das heißt jetzt aber nicht, dass einfaches natives Olivenöl so viel schlechter ist und genauso wenig, dass es darauf ankommt, wieviel Geld Sie für eine Flasche Natives Olivenöl Extra ausgeben. Natürlich kann ein höherer Preis ein Qualitätsversprechen sein, aber wenn wir bei der Supermarktware bleiben, dann ist das nicht immer zwingend so.
Vieles ist im Erntegebiet, dessen Größe und der Ernte selbst begründet, die günstiger aber auch teurer ausfallen kann. Und natürlich fällt immer ein Teil, der mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht so klein ist, auf das Marketing. Auch das Herkunftsland gibt keinen eindeutigen Hinweis. Ein spanisches kaltgepresstes Olivenöl ist nicht automatisch besser als ein griechisches oder italienisches.
Spanien zum Beispiel ist der größte Olivenölproduzent. Kaltgepresstes Olivenöl aus Griechenland hingegen weist einen hohen Anteil an Nativem Olivenöl Extra auf. Und Italien wiederum hat ein starkes Premiumimage, was aber unterm Strich nicht heißt, dass dieses kaltgepresste Olivenöl besser ist als ein anderes.
Sie können sich bei kaltgepresstem Olivenöl also nur durchprobieren und auf Ihren Geschmack verlassen.
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Kaltgepresstes Olivenöl zum Braten?
Der Rauchpunkt von kaltgepresstem Olivenöl schwankt stark und liegt zwischen 130 bis 175 Grad. Um mit kaltgepresstem Olivenöl gut und gesund Braten zu können, müssen Sie immer unter dem Rauchpunkt liegen. Der ist aber nirgendwo angegeben, da er auch je nach Charge stark schwankt.
Wenn das kaltgepresste Olivenöl aber bereits in der Pfanne zu rauchen begonnen hat, ist es schon zu spät, dann müssen Sie das Gericht komplett entsorgen. Denn der Geschmack des kaltgepressten Olivenöls hat sich bereits verändert und es können sich auch schon Stoffe gebildet haben, die alles andere als gesund zu bezeichnen sind.
Oder aber Sie stellen sich mit dem Thermometer in der Pfanne hin und achten darauf immer unter 130 Grad zu bleiben, am besten unter 120 Grad, um ganz sicher zu gehen. Ein Unding, wenn man bedenkt, dass gerade kaltgepresstes Olivenöl zum Braten oft empfohlen wird.
Und zusätzlich noch der gesundheitliche Aspekt, denn kaltgepresstes Olivenöl wird ja meist empfohlen weil es ja so gesund ist. Hand aufs Herz: Was ist an reinem Fett denn wirklich gesundheitlich so wertvoll? Dass es pflanzlich ist? Die paar Polyphenole und Vitamine?
Wenn Sie sich fürs Braten für ein raffiniertes Öl entscheiden, nur so viel verwenden, wie es wirklich braucht, und zusätzlich ein paar Oliven essen, haben Sie wesentlich mehr gesundheitlich wertvolle Stoffe der Olive aufgenommen. Wenn es denn unbedingt kaltgepresstes Olivenöl sein muss, dann spricht auch nichts dagegen ein Löffelchen nach dem Braten unter das fertige Gericht zu mischen.

Kaltgepresstes Rapsöl?
Kaltgepresstes Rapsöl unterscheidet sich in zwei unterschiedliche Speiseöle: Rapsöl und Rapskernöl. Stellen Sie sich die Samen der Rapspflanze vor. Sie sind klein und schwarz. Beim Rapsöl kommen die Samen als Ganzes zum Einsatz. Für das Rapskernöl werden die Rapssamen von ihrer schwarzen Samenschale befreit und es werden nur die gelben Kerne kaltgepresst.
Geschmacklich macht dies durchaus einen deutlichen Unterschied. Denn die Rapssamen inklusive ihrer Schale schmecken nussig bis krautig und leicht herb. Die Rapskerne ohne Samenschale hingegen milder und nussiger. So wird zum Beispiel kaltgepresstes Rapsöl auch mit senfähnlichen Anklängen beschrieben wohingegen Rapskernöl deutlich weniger herb und wesentlich milder schmeckt.
Der unterschiedliche Geschmack ist bei kaltgepresstem Rapsöl und Rapskernöl auf das Schälen oder Nicht-Schälen der Rapssamen vor der Kaltpressung begründet. Dabei schmeckt kaltgepresstes Rapsöl immer etwas kohl- und gemüseartig. Das ist aber auch nicht überraschend, denn Raps gehört zu der gleichen Familie wie Kohl und Senf, so dass sich diese Geschmacksnoten auch in kaltgepresstem Rapsöl finden können.
Die Qualität von kaltgepresstem Rapsöl unterscheidet sich, wie bei den anderen Ölen auch, in der für das Öl verwendeten Rapssorte, deren Qualität und Reifegrad, der Lagerung der Saat wie auch den Pressbedingungen. Nur ist eben bei Rapsöl anders, dass die geschmackliche Intensität keinen Rückschluss auf die Qualität zulässt. Dagegen können Sie eine hohe Qualität anhand eines harmonischen Geschmacks ganz ohne Schärfe erkennen.
Kaltgepresstes Rapsöl zum Braten?
Der Rauchpunkt von kaltgepresstem Rapsöl liegt nach allgemeinen Angaben bei 130 bis 190 Grad. Je nach Produkt und Charge stark schwankend. Auf einigen Flaschen im Supermarkt ist zwar für die warme Küche, wie auch zum Braten angegeben, doch darauf verlassen kann man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Denn Braten fängt bei 140 Grad aufwärts an.
Kaltgepresstes Rapsöl hat damit einen ähnlichen Rauchpunkt wie Olivenöl, und wenn es in Topf oder Pfanne zum Rauchen anfängt, ist es zu spät, das Gericht muss komplett entsorgt werden. Das Rapsöl hat sich geschmacklich verändert und vor allem Stoffe gebildet, die ungesund sind. Wer möchte dieses Risiko wirklich eingehen?
Deswegen greifen Sie zum Braten, Kochen und Grillen lieber zu einem raffinierten Öl oder speziellen Bratöl und verwenden Sie nur so viel wie notwendig. Mit dem kaltgepressten Rapsöl können Sie die warme Speise verfeinern oder es nur für die kalte Küche verwenden.
Kaltgepresstes Sonnenblumenöl
Auch Sonnenblumenöl gibt es in der kaltgepressten Variante. Ausgangsmaterial sind Sonnenblumenkerne, also die Samen der Sonnenblumen. Je nach Verfahren werden die Kerne gereinigt, geschält und zerkleinert. Dann werden die Sonnenblumenkerne mechanisch kaltgepresst und so das Sonnenblumenöl gewonnen.
Nach dem Pressen wird das Sonnenblumenöl noch gefiltert oder zentrifugiert, um enthaltene Schwebstoffe zu eliminieren. Zurück bleibt das kaltgepresste Sonnenblumenöl, auch nativ genannt, das leicht nussig schmeckt. Phytosterine, Pflanzenstoffe wie auch Vitamin E sind weitere nennenswerte Inhaltsstoffe von nativem Sonnenblumenöl.
Kaltgepresstes Sonnenblumenöl unterscheidet sich bei den unterschiedlichen Ölproduzenten in Farbe, Geruch und Geschmack. Denn für die Qualität des Öls sind vor allem die Kerne entscheidend, ihre Qualität, ihr Zustand und auch die Frische. Und natürlich wie schonend bei der Kaltpressung gearbeitet wird.
Nach diesen Gesichtspunkten unterscheidet sich vor allem der Geschmack von kaltgepresstem Sonnenblumenöl. Es kann von mild und leicht nussig, über kernig bis hin zu nussig und leicht herb schmecken. Dabei ist der Geschmack auch ein Qualitätshinweis. Je intensiver kaltgepresstes Sonnenblumenöl schmeckt, desto hochwertiger ist es.
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Kaltgepresstes Sonnenblumenöl zum Braten?
Der Rauchpunkt von kaltgepresstem Sonnenblumenöl liegt bei knapp über 100 Grad. Beim Braten entstehen Temperaturen von 140 Grad bis weit über 200 Grad für scharfes Anbraten. Wie Sie sich bei diesem Vergleich bereits denken können, ist kaltgepresstes Sonnenblumenöl zum Braten nicht geeignet.
Es ist leicht erhitzbar auf maximal 100 Grad und das auch nur für ganz wenige Minuten, wie einige Hersteller auf ihre Flaschen schreiben. Kaltgepresstes Sonnenblumenöl können Sie für Salate, Dressings, Rohkost und kalte Speisen verwenden. Auch warme Speisen können Sie damit abschmecken, sofern sie nicht mehr auf dem Herd stehen.
Kaltgepresstes Sonnenblumenöl liegt mit seinem niedrigen Rauchpunkt übrigens gleichauf mit kaltgepresstem Leinöl. Auch dieses Öl ist zum Braten ganz und gar nicht geeignet.
Kaltgepresstes Kokosöl
Kokosöl wird aus der frischen Kokosnuss gepresst. Es riecht und schmeckt intensiv nach Kokosnuss. Am auffälligsten bei kalt gepresstem Kokosöl ist, dass es bei Raumtemperatur fest und weiß ist und erst bei über 25 Grad flüssig wird. Bio ist bei Kokosöl wichtig, denn es bedeutet, dass die Palmen nicht mit Pestiziden behandelt wurden.
Auch wenn Ihnen das in der Regel nicht so wichtig ist, bei Kokosöl sollten Sie darauf achten. Bedenken Sie, Kokosnüsse reifen in Ländern, die mit unseren deutschen Qualitätsstandards nicht viel gemeinsam haben. Nehmen Sie nur mal die Ausbeutung der Kakaoanbauer und Fair Trade als Beispiel. Beim Kokosanbau läuft es nicht viel anders ab.
Interessant bei kalt gepresstem Kokosöl sind seine Fettsäuren. Es besteht überwiegend aus gesättigten Fettsäuren. Diese machen Kokosöl unheimlich lagerstabil, das heißt es hält sich über Jahre hinweg, ohne schlecht zu werden. Auch sind viele der stark umworbenen MCTs in Kokosöl enthalten.
Kaltgepresstes Kokosöl zum Braten?
Kaltgepresstes Kokosöl hat einen Rauchpunkt von ca. 177 Grad. Damit liegt es wesentlich stabiler und zum Braten geeigneter als Olivenöl und Rapsöl. Wenn Sie nicht scharf anbraten mit extrem hohen Temperaturen, ist kalt gepresstes Kokosöl zum Braten geeignet. Wenn es aber anfängt zu qualmen in der Pfanne, ist es auch hier zu spät.
Einen ähnlich hohen Rauchpunkt wie kalt gepresstes Kokosöl hat kalt gepresstes Sesamöl. Und kalt gepresstes Avocadoöl liegt sogar noch etwas darüber, bei mindestens 190 Grad. Auch diese beiden Öle können zum Braten interessant werden. Allen voran das Avocadoöl, das geschmacklich wohl die Nerven der meisten treffen wird.
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