Richtig bügeln

Richtig bügeln ist nicht schwer. Lesen Sie hier praktische Tipps und leicht verständliche Anleitungen zum Bügeln von Hemden, T-Shirts und Hosen.

Bügelfreie Hemden, Hosen und T-Shirts ersparen viel Arbeit und sind als Freizeitkleidung durchaus geeignet. Wer aber zum Vorstellungsgespräch, zu einem Date oder im Büro erscheinen möchte, kommt ums Bügeln nicht herum. Weil es gar nicht so einfach ist, die Wäsche zu glätten, ohne dass dabei zusätzliche Knitter oder Falten entstehen, sollte der Anfänger zunächst richtig Bügeln lernen.

Begonnen wird am besten mit einem rechteckigen, faltenlosen Stück Stoff, wie beispielsweise einem Geschirrtuch. Schon beim simplen Hin- und Herbügeln lässt sich nämlich der Umgang mit dem Bügeleisen üben. Dabei wird schnell klar, liegt das Wäschestück nicht glatt und faltenfrei auf dem Bügelbrett, entstehen Knitter, die sich anschließend nur mühevoll ausbügeln lassen.

Während Sie die große Fläche des Wäschestücks mit der gesamten Heizplatte des Bügeleisens bearbeiten, setzen Sie für die Ecken die Spitze ein. Wer mit Dampfbügeleisen glättet, betätigt den Dampfknopf, während das Eisen vorwärtsgeschoben wird. Durch den heißen Wasserdampf wird die Stofffaser weicher und lässt sich besser formen und plätten.

Hemden richtig bügeln

Beim Hemden Bügeln müssen Sie mehrere Schwierigkeiten meistern. Kragen, Manschetten, Schulterbereich und Ärmel sollten Sie separat bearbeiten, während Sie die große Fläche von Vorderteilen und Rückenteil in einem Rutsch durchbügeln können. Sie sollten versuchen, die Knöpfe nicht mit dem heißen Eisen zu berühren, und Bügelfalten dürfen selbstverständlich nur dort entstehen, wo sie auch hingehören.

Am besten richten Sie sich beim Bügeln nach folgender Anleitung:

  1. Sehen Sie auf dem Etikett nach, welche Temperatur das Hemd verträgt und stellen Sie das Bügeleisen entsprechend ein.
  2. Begonnen wird immer mit den kleinen, schwierigen Flächen. Legen Sie also zuerst den Kragen aufgeklappt mit der Außenseite nach unten aufs Bügelbrett.
  3. Fahren Sie mit dem Bügeleisen von außen bis zur Kragenmitte. Dann wiederholen Sie den Vorgang von der anderen Kragenaußenseite aus. In der Regel reicht es, nur die Krageninnenseite zu glätten. Wer mag, kann aber den Kragen nun noch einklappen und ihn einmal wieder zuerst von links bis zur Mitte und dann von rechts bis zur Mitte auf der Außenseite bügeln.
  4. Als nächstes legen Sie die Knopfleiste mit den Knöpfen nach unten aufs Bügelbrett und fahren ein- oder zweimal mit dem Bügeleisen darüber.
  5. Wiederholen Sie den Vorgang mit der Knopflochleiste, die ebenfalls auf links gebügelt wird.
  6. Um die Manschetten zu bearbeiten, öffnen Sie zunächst den Ärmelknopf. Klappen Sie dann die Manschetten möglichst ganz auf dem Bügelbrett aus – wieder liegt die Ärmelaußenseite auf dem Bügelbrett - und bügeln Sie die Manschetten mit der Spitze des Bügeleisens. Setzen Sie die Spitze am Ärmelende an und bügeln Sie die Manschette in mehreren kleinen Schritten auf den Ärmel zu. Auf diese Weise erwischen Sie all die kleinen Fältchen, die dort entstanden sind, wo die Manschette am Ärmel festgenäht ist.
  7. Ist das Ärmelende glatt, fahren Sie mit dem Ärmel fort. Achten Sie peinlich genau darauf, dass der Stoff ohne Falten auf dem Bügelbrett liegt. Dabei müssen Sie Ihr Augenmerk sowohl auf die obere Stofflage richten, wie auch auf die untere. Dann beginnen Sie mit der Ärmelmitte und plätten zunächst die obere Hälfte des Ärmels. Anschließend setzen Sie wieder in der Ärmelmitte an und bügeln nach unten, bis zur Manschette. Hier können Sie sich nochmals um die kleinen Stofffältchen kümmern. Drehen Sie nun den Ärmel um und glätten Sie die Rückseite auf die gleiche Weise.
  8. Wenn beide Hemdsärmel gebügelt sind, bleibt noch die Schulterpartie. Hängen Sie dazu das Hemd mit der Oberseite so über die Spitze des Bügelbretts, dass Sie zuerst die eine Hälfte der Schulter glätten können. Dann ziehen Sie das Hemd um die Bügelbrettspitze herum und bearbeiten die andere Hälfte der Schulterpartie.
  9. Zum Schluss bleiben die Vorderseiten und die Rückseite, die in einem Rutsch durchgebügelt werden. Das Hemd liegt mit der Außenseite nach oben auf dem Brett und Sie beginnen mit der Knopflochleiste. Bügeln Sie über die ganze Breite und ziehen Sie das Hemd, sobald eine Vorderseite fertig ist, einfach weiter, sodass Sie mit der Rückseite fortfahren können. Wenn Sie bei der Knopfleiste angelangt sind, fahren Sie mit der Spitze des Bügeleisens zwischen die Knöpfe.

Das glatte Hemd, sollten Sie zum Auskühlen außerhalb des Kleiderschranks auf einen Bügel hängen. Lassen Sie es erst eine Weile komplett auskühlen, bevor Sie es in den Schrank hängen.

Richtig bügeln

T-Shirts richtig bügeln

Zum Bügeln lernen sind T-Shirts bestens geeignet, denn es gibt keine kleinen Fältchen, die berücksichtigt werden müssen. Wichtig ist lediglich, dass das T-Shirt ohne Knitter und Falten übers Brett gezogen wird und Sie immer an der Naht entlang bügeln. Verfahren Sie so:

  • Zuerst stellen Sie die Temperatur des Bügeleisens ein, wie es auf dem Etikett angegeben ist.
  • Dann drehen Sie das T-Shirt auf links.
  • Ziehen Sie es anschließend über das Bügelbrett und streichen Sie den Stoff mit den Händen glatt.
  • Nun bügeln Sie das Shirt von unten nach oben. Am Kragen und an den Ärmeln bügeln Sie mit der Spitze des Bügeleisens genau die Nähte entlang.
  • Sobald Sie die aufgezogene Fläche geplättet haben, ziehen Sie das T-Shirt ein Stück weiter, bis Sie einmal rundherum das gesamte Oberteil gebügelt haben.
  • Jetzt fehlen nur noch die Ärmel. Nehmen Sie dazu das Kleidungsstück vom Bügelbrett und drehen Sie es wieder auf rechts.
  • Dann legen Sie den Ärmel so zusammen, dass die Naht genau an der Seite liegt und bügeln ihn glatt.
  • Wenn Sie mit dem zweiten Ärmel ebenso verfahren haben, ist das T-Shirt fertig.

Hosen richtig bügeln

Während es bei der Jeans ja eigentlich Kult ist, sie ungebügelt anzuziehen, muss die Anzughose gut geglättet sein, um nicht ungepflegt zu wirken. Besteht der Anzug aus einem empfindlichen Material, empfiehlt es sich allerdings, ihn in der Reinigung waschen zu lassen. Dort wird er auch gleich in Form gebracht.

Wer Hosen selbst bügeln will, verfährt auf folgende Weise:

  1. Stellen Sie zunächst die Temperatur Ihres Bügeleisens gemäß den eingedruckten Anweisungen des Herstellers ein.
  2. Dann bügeln Sie die Hosentaschen und den Hosenbund.
  3. Nun öffnen Sie die Hose und ziehen sie bis zum Schritt über die Spitze des Bügelbretts.
  4. Glätten Sie das Oberteil der Hose, indem Sie mit dem Bügeleisen am Schritt beginnen und Richtung Bund bügeln.
  5. Wenn Sie einmal rundherum sind, ziehen Sie die Hose wieder vom Bügelbrett ab. Schließen Sie Knöpfe und Reißverschluss und legen Sie zunächst ein Hosenbein in seiner ganzen Länge aufs Bügelbrett: Bei der Hose mit Bügelfalten müssen Außennaht des Beins und Innennaht des Beins aufeinandergelegt werden. Dadurch entsteht in der Mitte des Hosenbeins die Bügelfalte. Bei der Hose ohne Bügelfalte liegt die Außennaht außen und die Innennaht innen auf dem Bügelbrett.
  6. Nun wird zuerst die oben liegende Seite des Hosenbeins geglättet, dann drehen Sie das Bein um und die andere Seite wird bearbeitet.
  7. Zum Schluss verfahren Sie mit dem zweiten Hosenbein auf die gleiche Weise.

Tipps zum richtig bügeln

Temperatur: Achten Sie stets auf die richtige Bügeltemperatur, damit der Stoff keinen Schaden nimmt. Wurde das Etikett aus Ihrem Kleidungsstück bereits herausgetrennt, orientieren Sie sich an folgendem Hinweis: Baumwolle und Leinen, also unempfindliche Stoffe können heiß gebügelt werden. Empfindliche Gewebe, wie Seide, Polyester und Viskose dürfen Sie nur bei schwacher Temperatur glätten.

Wassertank: Füllen Sie den Tank Ihres Dampfbügeleisens statt mit Leitungswasser mit destilliertem Wasser oder mit Bügelwasser auf. Dadurch vermeiden Sie, dass die kleinen Düsen verkalken.

Feuchte Wäsche lässt sich wesentlich einfacher glätten als trockene. Wer kein Dampfbügeleisen besitzt, sollte daher die Kleidung direkt, wenn sie aus der Waschmaschine kommt, bügeln. Alternativ können Sie die Textilien vor dem Plätten auch mit etwas Wasser besprühen, sodass sie leicht feucht sind.

Von links bügeln: Stoffe, die durch die Hitze des Bügeleisens glänzen, drehen Sie vor dem Plätten am besten auf links.

Patches: Ist Ihr T-Shirt mit Motiven oder Patches verziert oder sind auf der Hose Flicken aufgenäht, werden diese Stellen immer von links gebügelt.

Krawatten bügeln: Da Krawatten häufig aus sehr empfindlichen Stoffen gefertigt sind, sollten Sie beim Bügeln äußerst vorsichtig ans Werk gehen. Verwenden Sie unbedingt ein Dampfbügeleisen:

  • Legen Sie die Krawatte mit der linken Seite nach oben auf das Bügelbrett.
  • Halten Sie den Dampfknopf gedrückt und fahren Sie mit dem Bügeleisen über der Krawatte entlang, ohne dabei den Stoff zu berühren.
  • Dann wickeln Sie den eingedampften Schlips um ein leeres, sauberes Glas und lassen ihn einen Tag aufgewickelt stehen. Wenn Sie nach circa 24 Stunden das Glas aus der Krawattenrolle nehmen und den Schlips wieder auf dem Bügelbrett ausbreiten, sollten alle Falten und Knitter verschwunden sein.
  • Um der Krawatte Volumen zu schenken, schalten Sie nochmals das Dampfbügeleisen ein. Breiten den Schlips wieder mit der linken Seite nach oben auf dem Bügelbrett aus und halten nun das Bügeleisen mit der Unterseite ans untere Ende der Krawatte. Wenn Sie jetzt auf den Dampfknopf drücken, bläst der ausströmende Dampf den Binder von unten nach oben auf.

Eine weitere Anleitung finden Sie hier: Hemden bügeln Anleitung