Rohmilchkäse – was ist das?

Eine kleine Handreichung zur Frage "Was ist Rohmilchkäse?" Wissenswertes rund um den Rohmilchkäse, seine Kennzeichnung, Besonderheiten in der Schwangerschaft und die oft gestellte Frage nach dem Mozzarella.

In den Supermärkten und an den Käsetheken stehen heutzutage eine Unmenge an verschiedenen Käsesorten zur Auswahl. Fast unmöglich, hier den Überblick zu behalten. Ein wichtiges Merkmal, das die einzelnen Sorten im Wesentlichen unterscheidet, ist das Ausgangsprodukt.

Die Rede ist hier von der Milch, die zur Käseherstellung verwendet wird. Je nach Käsesorte und Herstellungsort kann das pasteurisierte, das heißt, durch Erhitzung keimfrei gemachte Milch, oder eben auch Rohmilch sein. Einige Käsekenner schwören auf Rohmilchkäse, wobei andere wiederum die mögliche Keimbelastung zu bedenken geben.

Was ist Rohmilchkäse?

Es gibt in allen Herstellungsländern Käsesorten, die nur und ausschließlich aus Rohmilch hergestellt werden können. Bei einigen Sorten sind beide Varianten möglich, das heißt, sowohl die unbehandelte Rohmilch als auch eine pasteurisierte Milch kann für die Käseproduktion verwendet werden.

Der Rohmilchkäse ist oft aromatischer und wohlschmeckender und demzufolge auch teurer als anderer Käse, denn er wird zumeist in traditioneller Art und Weise hergestellt. Die verwendete Milch stammt von glücklichen Kühen, die sich auf einer echten Weide ausschließlich von Grünfutter ernähren durften.

Alle diese Komponenten haben einen positiven Einfluss auf das Aroma des jeweiligen Käses, da die vorhandenen Mikroorganismen vielfältiger sind, als bei Käse aus erhitzter Milch.

Rohmilchkäse

Rohmilchkäse in der Schwangerschaft

Andererseits besteht hier natürlich immer auch ein Risiko für Menschen, deren Abwehrkräfte geschwächt sind. Ältere Menschen, Kranke und Schwangere sollten daher beim Genuss von Rohmilchkäse ein wenig Vorsicht walten lassen. Möglicherweise können gerade jene Mikroorganismen, die dem Käse sein besonderes Aroma verleihen, eine krankheitsauslösende Wirkung bei empfindlichen Menschen haben.

Zwar wird auch die sogenannte Rohmilch während des Verkäsungsprozesses erwärmt, jedoch nur auf Temperaturen bis ungefähr 50 Grad Celsius, so dass doch viele Keime überleben und das ist in diesem Fall auch beabsichtigt.

Schwangeren sei auf jeden Fall angeraten, sich bei der Wahl der Käsesorte vorher genau zu erkundigen, wie der Käse denn nun hergestellt wurde, denn möglicherweise könnte ein Rohmilchkäse mit Salmonellen, Toxoplasmen oder anderen Keimen belastet sein, die einem Erwachsenen vielleicht gar nichts ausmachen, aber dem ungeborenen Kind durchaus Schaden zufügen können. So wird es in der Zeit der Schwangerschaft besser sein, auf Rohmilchkäse zu verzichten.

Rohmilchkäse Kennzeichnung

In Deutschland besteht eine Kennzeichnungspflicht für Rohmilchkäse, wie könnte es anders sein. Handelt es sich um verpackten Käse, dann findet sich der Hinweis auf dem Etikett. Beim Kauf an der Käsetheke sollte das Verkaufspersonal aussagefähig über den Ursprung der bevorzugten Käsesorte sein.

Einige Hartkäsesorten jedoch können einzig und allein aus Rohmilch hergestellt werden, dazu gehören zum Beispiel Le Gruyère und Appenzeller Hartkäse. Diese Sorten unterliegen dann auch nicht der Kennzeichnungspflicht.

Wie man sieht, ist es keine ganz einfache Sache, sich auf dem Gebiet der Käseherstellung zurecht zu finden, wenn man sich nicht nur auf seine persönlichen Geschmack verlassen kann oder möchte.

Wer Rohmilchkäse eindeutig identifizieren möchte, kann sich nicht nur alleine auf die Kennzeichnung verlassen. Während Weichkäse als Rohmilchkäse gekennzeichnet werden muss, sieht dies bei Hartkäse anders aus, er muss nicht als Rohmilchkäse gekennzeichnet werden. Hier hilft nur die Frage an das Verkaufspersonal.

Ist Mozzarella Rohmilchkäse?

Ein besonders heikles Thema ist der Mozzarella. Ursprünglich aus edler Büffelmilch hergestellt, ist er eigentlich ein Rohmilchkäse. Heutzutage werden aber die gängigen Mozzarellasorten, die man auch im Supermarkt bekommt, aus pasteurisierter Kuhmilch hergestellt und stellen somit kein Risiko für werdende Mütter und Stillende dar.

Jede Schwangere kann sich also ab und zu guten Gewissens eine Pizza mit Mozzarella oder ein Tomate-Mozzarella-Brot gönnen, sofern der Mozzarella aus dem Päckchen aus dem Supermarkt stammt. Bei frischem Mozzarella aus dem Feinkostgeschäft könnte es schon anders aussehen. Hier hilft die Frage an den Verkäufer "Ist dieser Mozzarella ein Rohmilchkäse?".